Gasthof-Sohre

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Der historische Gasthof in Kirchdorf

 

Mit Riesenschritten entwickelte sich der Wilhelmsburger Osten in den letzten Jahrzehnten zu einem modernen Stadtteil . Neben Kirchdorf gehören auch Georgswerder und ein Teil Stillhorns zu dem Ortsteil. Hier nun ein kleiner Rückblick in die Geschichte:

Wilhelmsburg wird urkundlich 1158 erstmals erwähnt und schon um 1200 teilweise eingedeicht .Um diese Zeit hatte sich im Urstromtal der Elbe die große Marschinsel „Gorrieswerthere“ gebildet ,die vom heutigem Kaltehofe bis Finkenwerder reichte ,sowie die Inseln Stillhorn , Moorwerder , und hohe Schaar. Doch dann kamen die Sturmfluten 1219, 1277, 1362 (in der an der Nordseeküste die Stadt Rungholt unterging) und 1570 die die einstmals geschlossene Insel in „ Tausend Stücke“ zerriß. Nur die vor den Nordweststürmen geschützt gelegenen Inseln Stillhorn ( das um 1333 eingedeicht wurde) und Moorwerder wiederstanden den Fluten.

Unsere Mühle (heute Wahrzeichen unseres Ortes) wurde bereits 1582 erwähnt ( siehe auch unserem Bericht „ Die Mühle Brennt...“) .Als dann 1672 der Herzog Georg-Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg die Inseln Stillhorn ,Georgswerder, und Rotehaus erwarb (Reiherstieg war bereits in seinem Besitz) , ließ er diese zusammendeichen und nannte die Gesamtinsel sowie das 1620 von den Groten erbaute Stillhorner Schloß „ Wilhelmsburg“. Das Deichdenkmal an der Ecke Kirchdorfer Strasse und Am Deichdenkmal informiert über die Historie der Eindeichung von Wilhelmsburg.

Nachdem das alte Schloß baufällig geworden war ,wurde es abgerissen und 1724 das heutige „Amtshaus“ erbaut. Heute befindet sich in seinen Räumen das „ Museum der Elbinsel Wilhelmsburg “. Auch im 18 und 19 jahrhundert klopfte der „blanke Hans“ immer wieder an unsere Deiche.Zeugen dieser früheren Deichbrüche sind noch heute die vielen Bracks. Sie entstehen beim Überströmen der Deiche auf der Innenseite. Die hier entstandenen Deichbrüche schloß man wieder ,in dem man das neue Deichstück in einer Kurve um das Brack herum schloß.So entstanden die vielen Krümmungen in den alten Deichen und den daraus entstehenden Straßen. Die Sturmflut 1962 wird an anderer Stelle („ Einsätze , die im Gedächtnis blieben“) behandelt. Zunächst gehörte Stillhorn zum Kirchspiel Ochsenwerder .Da die Überfahrt über die Elbe beschwerlich und manches mal unmöglich war , beschloß man 1388,ein eigenes Gotteshaus zu bauen. Die heutige Kirche (Kreuzkirche) wurde 1614 erbaut. Sie gehört heute zu den schönsten alten Kirchen Hamburgs . Mit dem Bau des Bahnhofviertels bekam Kirchdorf 1913 ein zweites Gotteshaus ( die Bahnhofskirche ,heute „St.Raphael“) und 19 76 eine katholische Kirche (St.Bonifatius) in der Krieterstraße.

Für die Bildung wurde erst 1624 etwas getan .1660 wurde dann auch eine neue Schule erbaut. Als Muster sah man sich eine neuerbaute Schule in Harburg an.1675 wurde dann in Georgswerder eine weitere Schule errichtet.

Bis ins 19.jahrhundert war der größte Teil der Damaligen Bewohner in der Landwirtschaft tätig. So wurde überwiegend Milchwirtschaft und Gemüsebau betrieben und die Produkte in der nahen Hansestadt Hamburg abgesetzt. Größere Veränderungen traten erst um 1900 ein. Durch die einsetzende Industrialisierung im Westen Wilhelmsburgs sowie des 1892 in Betrieb genommenen Güterbahnhofs ( damals einer der größten in Deutschland) erfolgte ein starker Zuzug im Osten. Es entstand das Bahnhofsviertel und in den dreißiger Jahren die kleinen Fachwerkhäuser der Hafen-,Stadtrand- und Werkssiedlungen.War Kirchdorf bereits 1927 mit Wilhelmsburg zur Großstadt „ Harburg – Wilhelmsburg“ vereinigt , wurde aus ihnen 1937 durch das „Groß-Hamburg-Gesetz“ über Nacht „Hamburger“ . Heute wird es zusammen mit Moorwerder vom Ortsamt Wilhelmsburg verwaltet. In den siebziger Jahren begann Kirchdorf wieder sein Gesicht zu verändern. Es entstanden das Einkaufszentrum am Bahnhof sowie das Neubauviertel „Kirchdorf – Süd. Aus dem einst ruhigen und beschaulichen Kirchdorf ist langsam eine „Kirchststadt“ mit rund 25000 Einwohnern geworden.

Heute legt die Elbinsel Wilhelmsburg den Ruf vom Schmuddelstadtteil ab. Dabei dürfte gerade Kirchdorf-Süd bei vielen Autobahnreisenden ein negatives ,falsches Bild erzeugt haben.Bei einem flüchtigen Blick prägen sich doch eher die Hochhausburgen von Kirchdorf ein, und lassen vermuten die gleichen sozialen Probleme wie beispielsweise in Mümmelmannsberg zu beherbergen.

Kirchdorf hat viel für Entdecker und Ausflügler zu bieten. Bei einer Entdeckungstour sollte ein Besuch der Windmühle Johanna , des Deichdenkmals , der Kreuzkirche mit einem Abstecher ins Heimatmuseum und /oder auf dem Kinderbauernhof. nicht fehlen.

Aus der Geschichte der Elbinsel Wilhelmsburg. von Rektor E. Reinstorf aus dem Jahre 1927.